27.8. BKZ und TAZ zu Wasserstoffbussen

Und wieder erscheint ein Eigenlob der Projektverantwortlichen für Wasserstoff im Rems-Murr-Kreis in der BKZ. Schon am nächsten Tag erschien ein Artikel in der TAZ zum selben Thema am Beispiel von LKWs.

Der BKZ Artikel unterscheidet sich in der Online-Ausgabe deutlich vom Artikel in der gedruckten Ausgabe. Inhaltlich geht es aber um dasselbe, die Projekte rund um Wasserstoff im Rems-Murr-Kreis schönzuschreiben. Zur gedruckten Ausgabe verfasste ich deshalb folgenden Leserbrief:

Batteriebusse haben auch bei anspruchsvollen Strecken die Nase vorn

Das Schweizer Bundesamt für Verkehr veröffentlichte eine Studie mit dem Vergleich zwischen Wasserstoff- und Batteriebussen. Das Fazit der Studie: „Batteriebusse sind, ..., die ökologisch vorteilhafteste Option.“ Prof. Quaschning forscht schon lange auf dem Gebiet. Demnach weisen Batteriebusse eine Effizienz über alles (über die Lebensdauer) von 77% auf, Wasserstoffbusse dagegen nur 33%. Schon alleine die Differenz in der Effizienz wirkt sich auf die laufenden Kosten aus. Im Artikel hätte fairer Weise beim Preis nicht nur ein Vergleich mit einem Benziner, sondern auch mit einem Batterie betrieben Bus genannt werden müssen.

Die Projektträger verschließen sich allen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Betrieb von Wasserstoffbussen kommt am Ende den Steuerzahlern und den Fahrgästen des ÖPNV teuer zu stehen. Rein aus ideologischen Gründen muss das Projekt weiter positiv dargestellt werden. Natürlich müssen die Verantwortlichen für diese Entscheidung nicht persönlich für die Folgekosten aufkommen. Einige Firmen verdienen erst noch daran, bis sich die wissenschaftlichen Fakten durchsetzen und die Wasserstoffbus-Flotte verschrottet wird.

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Quellen:

Schweizer Bundesamt: https://www.bav.admin.ch/de/e-busse-haben-auch-bei-anspruchsvollen-strecken-die-nase-vorn

Schweizer Studie: https://www.aramis.admin.ch/Default?DocumentID=73930&Load=true

Prof. Quaschning: https://www.youtube.com/watch?v=hY0e97uf7xU

Am nächsten Tag fand ich bei der TAZ online einen zum Thema Wasserstoff in der Mobilität sehr passenden und informativen Artikel

Deutschland setzt auf das falsche Pferd

Batterie-Lkws werden immer leistungsfähiger. Trotzdem fördern Bund und Länder Wasserstofftrucks mit Millionen. Ein teurer Irrweg?

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Kurz gesagt: Nicht nur Autos fahren immer häufiger mit batteriegespeistem Elektromotor, auch Lastwagen sind zunehmend elektrisch unterwegs. Lkws mit Wasserstoff-Brennstoffzelle hingegen bleiben laut der T&E-Analyse „eine Nischentechnologie“ mit einem Marktanteil von weniger als 0,1 Prozent. Und trotzdem fördern politische Akteure in Deutschland Wasserstoff-Lkws und -Infrastruktur mit Millionenbeträgen.

Erst vor Kurzem hat die schwarz-rote Bundesregierung einen Förderaufruf, 220 Millionen Euro schwer, für neue Wasserstofftankstellen und -lastwagen aufgesetzt. Bayern hat nun mit einem eigenen Förderprogramm für Wasserstoff-Lkws mit 35 Millionen Euro Budget nachgelegt. Ein Irrweg?

Das Fragezeichen hinter "Ein Irrweg?" hätte der Autor getrost weglassen können. Mit der mehrfachen Umwandlung des regenerativen Stroms steigen die Umwandlungsverluste deutlich. Die direkte Verwendung von Strom ist immer im Vorteil. Naturgesetze können von Menschen nicht umgeschrieben werden. Doch die Ideologie der "Technologie Offenheit" will das nicht wahrhaben. Denn dann wäre die Melkkuh Steuerzahler gestorben.

Hier noch ein netter Artikel der TAZ über einen LKW Fahrer, der seit 2024 nur noch elektrisch fährt, 200.000 Kilometer bis hinauf nach Lappland.

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