20.2.26 TELEPOLIS "Wasserstoffhochlauf"

Lange war es still in den Medien um die Wasserstoffstrategie. Heute las ich in TELEPOLIS einen Artikel "Wasserstoff-Hochlauf: Warum Milliarden-Förderung nicht reicht".

Der Artikel bezieht sich auf eine Studie, die vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) bei Capgemini in Auftrag gegeben wurde. Zwei Auszüge aus dem Artikel:

Elf Risiken, die einander befeuern

Die Autoren der Studie arbeiteten elf Kernrisiken heraus, die den gesamten Weg des Wasserstoffs betreffen – von der Herstellung im Elektrolyseur über Pipelines und Speicher bis hin zur Nutzung in Stahlwerken oder Chemieanlagen.

Das eigentliche Problem liegt dabei nicht in einem einzelnen Stolperstein. Vielmehr greifen die Risiken ineinander und verstärken sich wechselseitig.

Das kenne ich aus meiner Arbeit als Ingenieur. Fehler addieren sich nicht, sondern multiplizieren sich.

 

Doppelt so teuer wie die fossile Alternative

Im Zentrum der wirtschaftlichen Schwierigkeiten steht eine hartnäckige Preisdifferenz. Wer Wasserstoff auf Basis erneuerbarer Energien herstellt, zahlt derzeit mindestens sieben Euro pro Kilogramm. Fossile Verfahren liefern das gleiche Molekül für rund 3,50 Euro.

Eine altbekannte Tatsache. Naturgesetze lassen sich nicht ändern.

 

Branchen wie Stahl oder Chemie operieren jedoch mit hauchdünnen Margen im globalen Wettbewerb und können solche Aufschläge kaum an Endkunden weiterreichen.

Daraus entsteht ein klassisches Henne-Ei-Dilemma bei der Finanzierung. Kreditgeber verlangen für Großprojekte verbindliche Abnahmezusagen über 15 bis 20 Jahre. Industriekunden hingegen binden sich ungern länger als fünf Jahre, weil sie auf fallende Preise oder alternative Technologien setzen. Ohne belastbare Verträge stufen Banken die Vorhaben aber als zu riskant ein – und finale Investitionsentscheidungen bleiben aus.

 

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