2.9. Auf dem Simpel angekommen

Bei sehr stürmischem Wetter mit einigen Regengüssen sind wir von Lassan nach Soltau gefahren. Heute dürfen wir eine sanfte Brise mit viel Sonne genießen.

Dienstag

Auf dem Camping in Lassan gab es nur noch sehr wenige Gäste. Ein Paar hatte neben uns ein großes klassisches Hauszelt errichtet. Sie hatten den Platz auf einer leichten Erhebung gut gewählt. Regenwasser kann nur von Zelt weg fließen, nicht unter den Zeltboden.

Unser Außentisch am Wohnwagen war dagegen am Morgen sehr nass. In der Nacht hatte es noch einmal geregnet. Unser Vorzelt konnten wir am Tag zuvor trocken einpacken. Jetzt war nur noch das Doppelbett im Heck zur Sitzgruppe zurückzubauen, Fahrradtaschen und Fahrradakkus in den Zwischenraum zu unseren Kleiderrucksäcken zu legen. Darüber kam dann der Tisch. Stromanschluss abgetrennt und verstaut, Abwasserbehälter geleert und verstaut. Danach konnten wir den Wohnwagen in Fahrtrichtung drehen. Fahrräder aufgeladen und Auto vor den Wohnwagen gefahren. Doch nun gab es ein kleines Problem. Nach dem Anhängen des Wohnwagens stand das Bugrad quer und wurde vom Mechanismus der Handbremse blockiert. Beim Vorfahren rissen wir mit dem querstehenden Bugrad die Grasnarbe auf. Also noch einmal die Deichsel mit dem Autoheck hochgekurbelt, bis das Bugrad unter der Wohnwagenbremse hindurchpasste. Dank Vorderradantrieb klappte es sogar auf Anhieb.

Jetzt konnten wir endlich zur Anmeldung vorfahren und unseren Obolus bezahlen. Es war schon fast 10 Uhr geworden. Trotz guter Vorbereitung dauerten die letzten Aktionen vor einer Abreise relativ lange.

Die erste Hälfte der Fahrt führte über die A20 Richtung Hamburg und ab Wismar über die A14 an Stettin vorbei bis Ludwigslust. Es war wenig Verkehr und wir konnten gut mit dem Tempomat fahren. Doch der Gegenwind trieb unseren Kraftstoffverbrauch bis auf 7,9 l/100 km hoch. Weiter fuhren wir auf der B191 bis Uelzen und von dort über die B71 nach Soltau. Obwohl auch hier der Verkehr gut rollte, zog sich die Fahrt auf den Bundesstraßen in die Länge. Mit 1 Stunde Mittagspause benötigten wir 7 Stunden für die Fahrt nach Soltau.

Während der Fahrt hatte uns der Campingplatz schon die Stellplatznummer per Mail zugesandt. Wir konnten also gleich, ohne Wartezeit bei der Anmeldung, auf unseren Stellplatz fahren. Der liegt sogar in dem Bereich, den ich für uns optimal halte, nahe an zwei Sanitärgebäuden. Wir, besonders ich, müssen nicht mehr wegen der langen Wege mit dem Rad zur Toilette und zur Dusche fahren.

Elke wollte gleich das Vorzelt aufbauen. Das konnten wir auch zügig erledigen. Doch dafür war ich zu viel auf den Beinen, was ich heute büße.

Mittwoch

Ein freundlicher Tag. Die Sonne wärmte rasch die Luft auf. Am Vormittag fuhren wir zum Einkaufen nach Soltau. Auf dem Rückweg sah ich im Stadtzentrum Marktstände. Wir parkten das Auto beim Rathaus und liefen dann durch die Fußgängerzone zum Markt. Das heißt, Elke besuchte den Markt. Ich musste trotz Gehstöcke auf halbem Weg aufgeben. Anschließend genossen wir die nette Fußgängerzone noch vor einem Eiskaffee.

Am Nachmittag schaute ich mich mit dem Rad auf dem Platz und im Neubauviertel neben dem Platz um. Was hat sich geändert, was ist neu? Die Wege waren ausgebessert und besser zu fahren. Im Neubauviertel wird fleißig weiter gebaut. Hier entsteht wohl ein neuer Stadtteil.

Am Abend wollten wir grillen. Doch nach der Gemüsepfanne ging uns das Gas aus. Die Ersatzkartusche hatte einen Schraubverschluss. Daran hatte ich nicht mehr gedacht, weil meine Suche nach einem geeigneten Gasanschluss für den neuen Grill schon länger her ist. Die Geflügelspieße mussten wir dann in der Pfanne auf der Induktionsplatte braten.

Inzwischen sind dunkle Wolken aufgezogen. Für die nächsten Tage ist kein Radfahrer freundliches Wetter vorhergesagt.

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