2.3. Zwei Artikel bestätigen jetzt meine Meinung

In gleich zwei Artikeln von heute wird meine These bestätigt: Militärische Verteidigung kann Bevölkerung und Infrastruktur nicht mehr schützen. "Hochgerüstet und doch wehrlos: Das Paradox moderner Industriestaaten" und "Resilienz endet in Deutschland dort, wo die Serverräume beginnen". Gewaltfreie, soziale Verteidigung ist die Alternative.

"Hochgerüstet und doch wehrlos: Das Paradox moderner Industriestaaten" darauf weise ich schon lange hin. Militärische Verteidigung bedeutet die Zerstörung der Infrastruktur und den Tod zahlreicher Zivilisten.

Wer vor einem Krieg abschrecken will, muss ihn kämpfen können, war damals – wie auch aktuell – die gültige Maxime der militärischen Sicherheitspolitik. Landesverteidigung ist aber nur dann sinnvoll und gegenüber der eigenen Bevölkerung zu verantworten, wenn das, was verteidigt werden soll, auch geschützt werden kann.

Ohne diese Infrastruktur sind Industriestaaten weitgehend handlungsunfähig. Allein ein längerer Stromausfall würde die gesamte elektronische und elektrisch gesteuerte Infrastruktur (bspw. Pipelines, Kraftwerke usw.) lahmlegen und alle wichtigen Lebens- und Arbeitsbereiche einer Gesellschaft empfindlich beeinträchtigen.

Um aber die wichtigsten und großen Elektrizitätswerke und die Schaltzentralen zu zerstören, bedarf es keiner Atomwaffen. Es reichen "chirurgische" Einsätze mit zielgenauen konventionellen Waffen – auch dies wurde im Verlauf des Krieges in der Ukraine mit gezielten Angriffen auf Elektrizitäts- und Umspanneinrichtungen deutlich.

Besonders empfindlich ist die Digitalisierung aller Lebensbereiche. "Resilienz endet in Deutschland dort, wo die Serverräume beginnen".

Am 18. Februar 2026 wurde die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben Opfer einer Cyberattacke, die Teile der digitalen Steuerungs- und Kommunikationssysteme lahmlegte und den Bahnverkehr stundenweise beeinträchtigte.

Resilienz wird in Deutschland seit Jahren beschworen. Doch im Ernstfall ist das Land auf einen koordinierten hybriden Angriff nur unzureichend vorbereitet. Während die sicherheitspolitische Debatte über Waffenlieferungen, Verteidigungshaushalte und militärische Abschreckung geführt wird, bleibt eine zentrale Frage unterbelichtet:

Wie widerstandsfähig ist die zivile Infrastruktur gegen digitale Angriffe, Sabotage und koordinierte Destabilisierung? Die ehrliche Antwort lautet: weniger, als die politische Rhetorik vermuten lässt.

Hybride Kriegsführung zielt nicht zuerst auf Territorium, sondern auf Funktionsfähigkeit. Wer Stromnetze stört, Krankenhäuser lahmlegt oder Kommunikationssysteme manipuliert, trifft das Nervensystem moderner Gesellschaften. Fällt digitale Infrastruktur aus, gerät nicht nur der Alltag ins Stocken, auch politische Steuerungsfähigkeit, wirtschaftliche Prozesse und gesellschaftliches Vertrauen werden fragil.

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