
15.10. Wen hat die BI Ochsenhau nach Althütte eingeladen?
Im Mitteilungsblatt und auf einem Flyer in fast allen Briefkästen lädt die BI zu ihrer großen Infoveranstaltung ein. Die Redner des Abends sind alle durch die Bank erklärte Gegner des Windkraft Ausbaus. Können sich interessierte Bürger bei so einer einseitig besetzten Rednerliste wirklich informieren und eine eigene Meinung zum geplanten Windpark bilden? Oder soll da nur die eigene Blase auf Kurs gehalten werden?
Was lässt sich im Internet zu Philip Hopf finden.
Am 11.Februar 2024 veröffentlichte Deutchlandfunk Nova einen Beitrag zu den "Finfluenzern" "Hoss und Hopf". Hier einige Zitate aus dem Beitrag:
Im vergangenen November fragten sie: "War die Corona Pandemie eine Lüge? Neue Daten!" Im Januar dieses Jahres fragen sie beim Weltwirtschaftsforum: "Was ist der 'geheime' Plan der Eliten?"
Inhalte passen in ihre rechtslibertäre Sicht
Obwohl die beiden Moderatoren also offen für Verschwörungstheorien sind, verbreiten sie nur selten falsche Zahlen und Daten. Sie wählen jedoch sehr selektiv jene Informationshäppchen aus, die in ihre rechtslibertäre Sicht passen und die höchste Emotionalität und Polarisierung ihres Publikums versprechen.
Wer ist Hopf?
Der andere Host, Philip Hopf, kommt ebenfalls aus der Finanzbranche. Er betreibt eine Firma, die Investoren Analysen von Aktienkursen anbietet, die auf einer Theorie namens "Elliott-Wellen" basieren. Er behauptet, mit Hilfe dieser Theorie ebenfalls früh reich geworden zu sein. Experten bezweifeln die Stichhaltigkeit der Theorie – Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim, bezeichnet die Analysen sogar als Kaffeesatzleserei.
Wie seriös das Angebot ist, lässt sich von außen nur schwer beurteilen.
"Die Fans von 'Hoss und Hopf' sind nicht mehr bloße Zuhörer, sondern werden dazu gebracht, ihre Theorien und Meinungen aktiv weiterzuverbreiten. Das schafft eine ganz andere Verbindlichkeit."
Nils Schniederjann, Deutschlandfunk-Nova-Reporter
Auch die evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen hat einen Beitrag zu "Hoss & Hopf" veröffentlicht.
„Glaubt mir, als ob ich euer Sektenführer bin!“ – Ein Erfahrungsbericht von der Live-Tour des Podcasts Hoss & Hopf
Schon seit längerem wird dem Finanzpodcast Hoss & Hopf die Verbreitung von Verschwörungserzählungen vorgeworfen. Auf der Lesetour zu ihrem Spiegel-Bestseller „Jeden Tag ein Schritt“ machten die beiden Podcaster nun mit Tipps zum Manifestieren Schlagzeilen. Ein Grund für die EZW, sich Hoss & Hopf Live einmal genauer anzusehen.
Judith Bodendörfer
An den langen Vortrag schließt sich noch eine kurze Fragerunde des Publikums an die Hosts an, wobei die Fragen über einen QR-Code online eingereicht werden. Eine der Fragen lautet:
Ihr wurdet medial schon vielfach auch scharf angegriffen. Woher nehmt ihr den Mut, so offen die Wahrheit auszusprechen und kritische Dinge zu sagen?
Diese Frage veranlasst Hopf, der sich bislang auffallend zurückhielt, zu der Feststellung, er habe „den Fetisch, dem Staat auf die Fresse zu geben, wo es nur geht.“ Das Publikum applaudiert spontan. Einige Gäste grölen und es scheint, als hätten Teile des Publikums auf diesen Ausbruch gewartet. Ziel sei es, so führt Hopf weiter aus, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen, um sagen zu können, was man denke. Aufgrund seines Erfolgs könne ihm niemand etwas anhaben, denn er sei sein eigener Chef. Die Schlussfolgerung ist offensichtlich: Nur mit Geld lasse sich wahre Meinungsfreiheit erzielen, und im Umkehrschluss: Reichtum ist dazu da, der eigenen Meinung Gehör zu verschaffen.
Ist der BI diese Position von Philip Hopf bekannt? Wurde er deshalb eingeladen?
Hier noch drei Links zu Youtube Videos:
Windräder sind für ein Industrieland ungeeignet! Prof. Dr. Lüdecke im Interview
Stromrationierungen ab 2024? Interview mit Kernenergieexperte Prof. Dr. Thess
Philip Hopf im Gespräch mit Ulrich Siegmund (AfD)
Sucht man im Internet nach Informationen zu Prof. Dr. Erwin Hussendörfer, so wird man schnell fündig. Denn zahlreiche BIs gegen Windkraft werben mit seinem Auftritt.
Forst-Experte warnt in Seubersdorf: Windräder schaden dem Wald
Was passiert, wenn der Wald geht?
Was er sagt ist gar nicht so falsch. Doch das gilt auch für die "normale" Waldwirtschaft. Wenn jetzt wie im Ochsenhau geschehen, massenhaft Bäume "geerntet" werden, lichtet sich die schon durch die trockenen Sommer der letzten Jahre ausgedünte Waldkrone noch mehr. Es fällt mehr Sonnenlicht auf den Waldboden. Zugleich verdichten die schweren Erntemaschinen den Boden auf lange Zeit. Doch dazu sagt die BBI Walderhalt nichts. Es geht nur um die Flächen, die für den Windpark gerodet werden müssen. Auch hier werden Fakten selektiv ausgewählt, wie zuvor bei Philip Hopf beschrieben.




