
5.10. Forst-BW "erntet" im Ochsenhau
Die Argumente, die Prof. Hussendörfer in seinen zahlreichen Referaten bei Initiativen der Windkraftgegner vorträgt, gelten ja genauso auch für die massive Entnahme von ausgewachsenen Bäumen. Deshalb fragte ich mal bei unserem Bürgermeister und bei dem Meinungsführer der Mehrheitsfraktion im Gemeinderat nach:
Sehr geehrter Herr Sczuka,
die Tage habe ich alle mir bekannten Laichgewässer in der Umgebung besucht. Es sieht schlimm aus. Alle Laichgewässer sind trocken gefallen. Für die Amphibien reicht es zwar, wenn im nächsten Frühjahr wieder Wasser in den Tümpeln steht. Doch wie wirkt sich diese Trockenheit auf die Schüttung der Quellen für unser Trinkwasser aus? Gibt es eine Übersicht zu den Schüttungen in einzelnen Monaten und einen Vergleich über die Jahre?
Im Ochsenhau entnimmt der Forst-BW gerade sehr zahlreiche Bäume. Dadurch gelangt mehr Sonnenlicht auf den Waldboden. Zugleich sind durch die extreme Trockenheit in diesem Sommer die Kronen der meisten Bäume lichter geworden. Schon dadurch erreicht mehr Sonnenlicht den Boden. Ich mache mir deshalb Gedanken um die Grundwasserbildung im Ochsenhau. Besser wäre es meiner Meinung nach gewesen, wenn die Bäume im Ochsenhau in diesem Jahr nicht gefällt worden wären. Die Schüttung der Quellen im Ochsenhau wird wohl in Zukunft Dank Klimaerwärmung abnehmen. Welche Maßnahmen plant die Gemeinde, um die Eigenversorgung mit Trinkwasser in den kommenden Jahren aufrecht zu halten?
Könnten die Absetzbecken der stillgelegten Kläranlage in Waldenweiler nicht als Zisternen genutzt werden? Daraus könnte die Gemeinde dann Gießwasser für die von der Gemeinde zu pflegenden Pflanzen nehmen. Nur so eine spontane Idee.
https://niz.baden-wuerttemberg.de/wasserhaushalt/bodenfeuchte?id=aktuell
Mit freundlichen Grüßen Reinhard Muth
Die Verdichtung des Waldbodens durch die schweren Vollernter spreche ich in dem Brief nicht an. Das Thema kennt unser Bürgermeister als langjähriger Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sicher schon. Nun bin ich auf die Antwort gespannt!
Hier noch ein Text einer BI gegen Windkraft, der die Positionen von Prof. Hussendörfer gut zusammenfasst:
Auswirkungen der Windräder im Wald
Windkraftanlagen im Wald benötigen im Vergleich zu herkömmlichen Waldstraßen deutlich größere baumfreie Flächen, z.B. breite Zuwegungen, weit ausgebaute Kurven und Stellflächen vor jedem Windrad. Diese Flächen sind dauerhaft versiegelt und verdichtet.
Ohne die Beschattung der Bäume werden diese Flächen zu regelrechten „Hot-Spots“, d.h. sie heizen sich im Vergleich zu bewaldeten Flächen extrem auf. Diese Temperaturextreme wirken entlang der verdichteten Flächen noch weit in den Baumbestand hinein. In der Summe kommt es daher auf einer großen Fläche (je Windrad ca. 2 Hektar) zu einer erhöhten Verdunstung und ggf. zu Wasserstress für die Bäume. Unmittelbare, durch die Rodung des Waldes hohe Sonneneinstrahlungen auf die Bäume verstärkt diesen Effekt, so dass Baumkronen und oft ganze Bäume „vertrocknen“. Deutlich sichtbar ist dies an einer Buche (gelb umrandet) neben einem Windrad. Mit der Zeit „lösen“ sich solche Waldteile immer weiter auf, da jeder vertrocknete Baum seine Schutzwirkung auf seine Nachbarn verliert.
Wie bei einem Domino fällt ein Baum nach dem anderen aus.
Verdichtete und versiegelte Flächen führen zudem dazu, dass Regenwasser dort nicht mehr in den Boden eindringen kann. Damit sind die für den Wasserhaushalt des Waldes wichtigen
Funktionen wie „Wasserspeicherung“, „Grundwasser-Neubildung“ und die Minderung der Folgen von Starkregeereignissen im Vergleich zu Waldflächen ohne Öffnungen für Windkraftanlagen.




