
18.10. Wie kann der Wald bei uns geschützt werden?
Den Klimaschutz ernstnehmen, Schadstoffe eindämmen und eine ökologische Waldwende einleiten – dies fordert der BUND angesichts absterbender und geschwächter Waldbestände in ganz Deutschland. Der Wald ist durch Dürre, Luftschadstoffe und eine vielerorts zu intensive Forstwirtschaft im Dauerstress.
Dem deutschen Wald geht es so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht, das zeigt auch der Waldzustandsbericht: Seit Beginn der Erhebungen war der durchschnittliche Kronenzustand unserer Waldbäume noch nie so schlecht. Nur noch jeder fünfte Baum ist gesund. Bei mehr als einem Drittel der Bäume sind die Kronen sogar deutlich aufgelichtet. Die Bundesregierung muss endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um die Klimakrise zu stoppen, die Schadstoffemissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft wirksam zu reduzieren und die Wälder schonender zu behandeln.
Quelle: https://www.bund.net/
In Deutschland ist der Wald inzwischen von einer CO2 Senke zu einer CO2 Quelle geworden!
In 1990 wurden rund 26,4 Mio. t CO2-Äquivalente im Wald an CO2-Emissionen gespeichert. Im Jahr 2024 wurden dagegen 2,1 Mio. t CO2-Äquivalente freigesetzt.
Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/
Was schädigt unseren Wald heute?
- An erster Stelle steht die Klimakrise. Durch die ständig steigenden durchschnittlichen Temperaturen und die langen Trockenperioden werden die Bäume stark gestresst. Nach und nach verlieren die Bäume ihre Vitalität und sterben. Deutlich zu sehen zum Beispiel am Wanderparkplatz Fratzenwiesenhof.
- An zweiter Stelle stehen die Schadstoffeinträge über die Luft. Stickoxid führt zum Beispiel zur Versauerung der Böden. Dagegen wird von Zeit zu Zeit der Waldboden per Hubschrauber gekalkt.
- An dritter Stelle steht die moderne Holzernte. Die schweren Erntemaschinen verdichten den Boden auf lange Zeit. Zusätzlich wird das schützende Kronendach geöffnet und mehr Sonnenlicht erreicht den Waldboden. Beides läßt weniger Regen in den Waldboden versickern, der Grundwasserspiegel sinkt.
- Auch unsere moderne industrielle Landwirtschaft hat ihren Anteil an den Schadstoff Emissionen, die den Wald schädigen.
Womit lassen sich Waldschäden vermindern?
- An erster Stelle steht hier, den CO2 Eintrag in die Atmosphäre verringern. Die Maßnahmen dafür sind bekannt. Angefangen von der kostenlosen Einführung von Geschindgkeitsbegrenzungen auf Autobahnen und Landstraßen über die Umstellung von Verbrennermotoren auf elektrische Antriebe, Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs mit bezahlbaren bis hin zu kostenloser Nutzung im Nahverkehr und die Umstellung der Heizungen von Öl und Gas als Energieträger auf Strom.
- Die Holzernte auf Boden schonende Methoden umstellen und für einen klimaresistenten Waldumbau sorgen.
- Die Landwirtschaft auf ökologische Anbaumethoden umstellen.
Was kann die/der Einzelne tun?
Soweit es ihre/seine finanziellen Resourcen erlauben, den obigen Hinweisen folgen. Öfter mit dem Rad oder dem ÖPNV statt mit einem Verbrenner zu fahren ist bei jedem Einkommen möglich. Beim nächsten Autokauf nur noch ein Fahrzeug mit eAntrieb wählen. Sich eine PV-Anlage aufs Dach setzen oder einer Energiegenossenschaft beitreten. Heizungen, die älter als 20 Jahre sind durch eine Wärmepumpe ersetzen. Selbst den eigenen Fleischkonsum reduzieren, hilft den Stress für die Bäume zu mindern!
Fazit
Während also durch unsere moderne Lebens- und Wirtschaftsweise der Wald großflächig geschädigt wird, sind Windräder im Wald nur noch ein Itüpfelchen dazu. Es muss zwar 0,5 Hektar Wald dauerhaft grodet werden. Doch der Verlust an CO2 Speichervermögen wird um das vielfache durch den gewonnen Strom aufgewogen.
Nun bin ich gespannt, wann die Bürgerinitiativen gegen Windkraft im Wald sich für einen großflächigen Schutz ihres geliebten Waldes einsetzen.
Facebookbeitrag von Prof. Volker Quaschning:
Viele glauben, sie schützen den Wald, wenn sie #Windkraft dort verhindern – doch das Gegenteil ist wahr. Windkraft ist Deutschlands #Klimaschutz-Technologie Nummer eins. Die Flächen außerhalb des Waldes reichen für die #Energiewende nicht aus. Ohne Windkraft wird von dem Wald, wie wir ihn kennen, nicht viel übrig bleiben. Bereits jetzt sind die Schäden durch die #Klimakrise enorm. Wer den Wald wirklich liebt, baut dort Windräder – für seine Zukunft.
Weitere Quellen zum Nachlesen über Windenergie und Wald:
- Umweltbundesamt: Ökobilanz der Windeenergieanlagen an Land (pdf-Datei)
- KNE Kompetenzzentrum für Naturschutz und Energiewende: Klimaschutzfunktion von Wäldern im Vergleich zur CO2-Vermeidung durch Windenergieanlagen
- Die Waldeigentümer: Wald und Holz als Klimaschützer
- Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat BW: Windkraft im Wald





