30.10. Verantwortung einer Gemeindeverwaltung

Bisher werden im Gemeinderat in Althütte nur die Gefahren und Nachteile diskutiert, die vom geplanten Windpark ausgehen können. Ich vermisse eine Abwägung der Vor- und Nateile um zu einer guten Entscheidung für alle Bürger zu kommen.

Gemeindeverwaltung und Gemeinderat sind dem Allgemeinwohl verpflichtet. Um in diesem Sinne eine Entscheidung zu treffen, müssten vorher Vorteile und Nachteile für die Bürger der Gemeinde abgewogen werden. Beim Thema Windpark im Ochsenhau wurde allerdings bisher von der Verwaltung und dem Gemeinderat nur über die Gefahren und Nachteile eines Windparks öffentlich diskutiert. Das ist recht einseitig. So kann keine demokratisch legitimierte Entscheidung zustande kommen.

Leider ist nicht jeder Bürger in der Lage, den Verlauf der Grundwasserströme zu beurteilen, die Auswirkungen auf die Artenvielfalt zu beurteilen, die Einhaltung der Umweltvorschriften zu beurteilen. Am Ende kommt es auf die Gutachten der beauftragten Fachbüros an. Solange diese Gutachten sachgerecht erstellt und nicht von den Zielen der Auftraggeber beeinflusst werden, wie bei Stuttgart 21, mach ich mir keine Sorgen um Nachteile für die Gemeinde durch den geplanten Windpark.

Was in der Diskussion wirklich übrig bleibt sind die Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Die geplanten vier Windkraftanlagen werden in Zukunft das Landschaftsbild dominieren und zu einem Wahrzeichen von Althütte werden. Entweder kann man sich mit dieser Veränderung anfreunden als Zeichen für einen Beitrag zum Klimaschutz oder man empfindet die vier hoch aufragenden Anlagen als Verschandlung der Landschaft. Daran lässt sich nichts ändern.

Noch habe ich Hoffnung, dass in Zukunft Gemeindeverwaltung und Gemeinderat zu einer ihrem Auftrag gerechten Abwägung der Vor- und Nachteile eines Windparks kommen.


Hier noch meine Gedanken zu den Chancen für die Gemeinde, die bisher im Gemeinderat noch nicht diskutiert wurden:

Althütte vergibt eine große Chance

Der geplante Windpark im Ochsenhau bietet eine große Chance für die Bürger der Gemeinde. Sie könnten ihren Strom zu deutlich günstigeren Preisen direkt beziehen. Früher oder später wird jeder Haushalt für die Heizung Strom beziehen, wird jeder Autobesitzer sein eAuto mit Strom betanken, jede Firma froh sein über günstigen Strom für ihre Produktion. Mit einem Batteriespeicher könnte sich Althütte auch noch unabhängig von Stromnetz-Ausfällen machen. Die Wertschöpfung für Energie bliebe im Ort. Heute wandert ein Großteil der Energiekosten für Öl und Gas ins Ausland. Althütte würde mit niedrigen Energiekosten attraktiver als Standort für Gewerbe.

Doch die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat lassen diese Chance links liegen. Sie tun so, als ob die Landesregierung, als ob die zuständigen Verwaltungen bewusst die Zerstörung des Waldes und der Trinkwasserversorgung betreiben. Dabei schauen dem Investor des Windparks zahlreiche Behörden in die Pläne, werden Auflagen gemacht und unzählige Gutachten eingefordert, damit die Beeinträchtigung von Umwelt und Natur so gering wie möglich ausfällt. Sollte zum Beispiel eine reale Gefahr für die Trinkwasserbrunnen oder Vögel bestehen, wird keine Baugenehmigung erteilt. Diese hohen Anforderungen an die Planung eines Windparks sind zumindest der Verwaltung im Althüttener Rathaus bekannt.

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