27.9. Ziviler Widerstand, Verteidigung ohne Zerstörung

Mit Freude las ich in nd-aktuell einen Artikel zur sozialen Verteidigung. In diesem Artikel sind meine Gedanken für eine Alternative zur militärischen Verteidigung sehr gut und verständlich dargestellt. Der Hinweis auf den Beitrag der sozialen Verteidigung zum Klimaschutz hätte noch etwas deutlicher hervorgehoben werden können.

Aus dem Artikel:

Auch eine Besatzungsmacht braucht Gehorsam: Aufrüstung oder Kapitulation sind nicht die einzigen Alternativen.

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Doch aus der Bedrohung folgt nicht, dass Aufrüstung die einzig realistische Antwort ist. Militärische Verteidigung kann selbst zur Zerstörung dessen führen, was sie schützen soll: Menschenleben, Häuser, Krankenhäuser, Energie- und Wasserversorgung. Sie bindet Mittel, die bei Bildung, Gesundheit, Sozialem und Klimaschutz fehlen. Rüstungsproduktion, Militärbetrieb und Kriege verbrauchen fossile Energie, emittieren Treibhausgase und hinterlassen Altlasten. Und je mehr Waffen, Truppen und militärische Infrastruktur aufeinandertreffen, desto größer die Eskalationsgefahr – bis hin zum Atomkrieg. Es gibt andere Möglichkeiten, sich zu wehren, ohne diese Zerstörungslogik weiter zu befeuern.

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Hier setzt Soziale Verteidigung an: mit organisierter Nichtzusammenarbeit, zivilem Ungehorsam und widerstandsfähigen Strukturen. Angreifende können ein Gebiet mitsamt seiner Infrastruktur besetzen. Um zu herrschen, brauchen sie jedoch die Mitwirkung von Verwaltung, Verkehr, Energieversorgung, Medien und Bevölkerung. Wird sie planvoll verweigert, steigen die Kosten einer solchen Besatzung.

Diese Strategie versteht Macht als gegenseitige Beziehung. Auch eine Besatzungsmacht braucht Gehorsam, Informationen und funktionierende Abläufe. Verwaltungen können illegitime Anweisungen oder Aktenzugriff verweigern, Betriebe die Produktion für die Besatzung unterlassen, Medien trotz Zensur informieren. Schulen können sich der Propaganda entziehen. Massenhafte, abgestimmte Regelverletzung macht ein Land schwer regierbar. Muss eine Besatzungsmacht eigenes Personal, Transporte und Verwaltung stellen und zugleich mit Streiks, Dienst nach Vorschrift und verweigertem Datenzugriff rechnen, steigen Aufwand und Kosten erheblich.

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