1.11. WKZ berichtet zur Informationsveranstaltung

Schon heute am Sonntag ist online ein Bericht der Waiblinger Kreiszeitung zur Informationsveranstaltung der BI Ochsenhau mit zwei bekannten Windkraftgegnern zu lesen: "Der Anti-Windkraft-Event: Die Festhalle Althütte war zu klein für den Protest!".

Das Fazit des WKZ-Artikels:

Wenn man von Hopf mal absieht, war das eine Veranstaltung, die beachtlichen Erkenntnisgewinn abwarf, vor allem dank Hussendörfers geradezu packend lehrreichen Referats über die Prozesse im Wald. „Was wir sagen, können wir belegen“: Das war das Versprechen von BI-Mann Esch. Unterm Strich: Versprechen eingelöst.

Versprechen eingelöst???

In meinen Augen nicht. Philip Hopf behauptet laut WKZ:

„… dass die Leute, die diese Windräder bauen wollen, sich nicht für die Umwelt interessieren, sondern für „ein paar Nullen mehr auf dem Konto“; warnt vor „ungefähr acht bis 15 Prozent Wertminderung“ für die Althütter Immobilien; …“.

Dazu schrieb ich dem verantwortlichen Redakteur unter anderem:

Faktencheck zwei Studien

EnBW veröffentlicht einen „Faktencheck: Haben Windenergieanlagen einen Einfluss auf die Immobilienpreise?“. Darin werden zwei Studien nebeneinander gestellt auf die ich mich weiter unten auch beziehe. Der Faktencheck der EnBW stellt eine Kurzfassung meiner Erkenntnisse dar:

https://www.enbw.com/unternehmen/themen/windkraft/windkraft-faktencheck/immobilienpreise.html

Was in diesem Artikel fehlt ist die Verknüpfung zu Windkraftgegnern und der AfD.

Faktencheck RWI Studie

Zahlreiche Beiträge im Internet beziehen sich auf eine Studie des RWI von 2019. Für die Studie hat das RWI knapp 3 Millionen Verkaufsangebote ausgewertet, die in der Zeit zwischen 2007 und 2015 auf dem Online-Portal Immoscout24 erschienen sind. Ihr Ergebnis zeigt eine Wertminderung im Durchschnitt von 7 % bei 1 km Abstand zum Windrad.
https://www.rwi-essen.de/presse/wissenschaftskommunikation/pressemitteilungen/detail/windraeder-lassen-immobilienpreise-sinken

Aus den Seiten der energeiwende.eu ist eine ausführliche Kritik an der RWI Studie veröffentlicht:

https://energiewende.eu/windkraft-wertverlust-von-wohneigentum/

Deren Fazit lautet:

„Die einzige Studie, welche einen Einfluss von Windenergieanlagen auf Immobilienpreise nachzuweisen behauptet, ist eine Auftragsarbeit zur Diskreditierung der Energiewende, außerdem lassen Methodik und Ergebnisse diesen Schluss nicht zu. Sämtliche andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Windenergieanlagen keinen Einfluss auf Immobilienpreise haben.“

In einer gutachterlichen Stellungnahme von 2025 der Gesellschaft für Fortschritt und Freiheit e.V. auf Antrag der AfD Fraktion für den Landtag von NRW finden Sie sogar einen Wertverlust von bis zu 24 % für ältere Häuser.

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST18-2469.pdf

Mein Fazit zum Beitrag des "Finanzexperten": Philip Hopf hat das Versprechen der BI NICHT eingelöst!


Bei Prof. Hussendörfer ist die Beurteilung etwas schwieriger. Denn das was er sagt ist zwar richtig. Zitat aus dem Artikel:

Erstens: Wo der Boden verdichtet und versiegelt wird, kann Wasser nicht mehr ablaufen, verdunstet, statt einzusickern, fehlt damit bei der Grundwasserneubildung. Zweitens: Große Freiflächen im Wald sind „Hitze-Oasen“. Hussendörfer hat in diesem heißen Sommer mal rund um ein Windrad die Temperatur gemessen. Auf der Schotterfläche: rund 50 Grad. Am Boden des Waldes in einigem Abstand: rund 20 Grad.

Was soll uns diese Temperaturmessung beweisen? Wer im Sommer in der prallen Sonne misst, bekommt selbstverständlich auf dem Thermometer 50° C angezeigt. Selbst im Frühling und im Herbst steigt die Temperatur unter voller Sonne schnell auf hohe Werte an. Wer in einem intakten (!) Wald im Schatten misst, bekommt deutlich niedrigere Temperaturen angezeigt. Ein Allgemeinplatz, dazu muss ich nicht Wissenschaftler sein. Doch der Ochsenhau ist kein intakter Wald mehr, sondern von der immer wieder kehrenden Dürre schon schwer geschädigt. Das alleine ist natürlich kein Grund, ihm noch mehr Schaden zu zufügen.

Unter Erstens gesagtes gilt für alle menschliche Aktivitäten im Wald. Die schweren Erntemaschinen (11 t) der Forstverwaltung verdichten ebenfalls den Waldboden. 

Ein Beispiel: Im Ochsenhau entnahm der Forst-BW in diesem Herbst zahlreiche Bäume. Dadurch gelangt ebenfalls mehr Sonnenlicht auf den Waldboden. Zugleich sind durch die extreme Trockenheit in diesem Sommer die Kronen der meisten Bäume lichter geworden. Inzwischen erreicht deutlich mehr Sonnenlicht den Boden als in früheren Jahren. Ich mache mir deshalb Gedanken um die Grundwasserbildung im Ochsenhau. Besser wäre es meiner Meinung nach gewesen, wenn die Bäume im Ochsenhau in diesem Jahr nicht gefällt worden wären.

Dank der immer wiederkehrenden Dürren lichtet sich die Waldkrone im Ochsenhau schon bedenklich. Laut Waldzustandsbericht sind mehr als 80% der Bäume in Deutschland betroffen. Im Ochsenhau gibt es schon zahlreiche Lichtungen, weil abgestorbene Bäume entnommen wurden. Für jeden interessierten Besucher deutlich erkennbar bei dem Waldstück gegenüber dem Wanderparkplatz am Fratzenwiesenhof. Wer aufmerksam durch den Ochsenhau wandert, findet zahlreiche weitere Beispiel für diese Form des Waldsterbens.

Mein Fazit: Prof. Hussendörfer spricht war sachlich richtige Punkte an, bezieht diese aber einseitig auf den Aufbau von Windkraftanlagen im Wald. Wenn wir den Wald schützen wollen, muss mehr getan werden, als nur Windkraft im Wald verhindern. Entscheidend ist, wie schnell wir den CO2 Ausstoß verringern. Dazu gehört die fossile Energie als Energieträger aus unserem Alltag zu verbannen. Statt Öl- oder Gas-Heizung Wärmepumpe einsetzen, statt Verbrenner-Auto eAuto oder ÖPNV nutzen, statt täglich Fleisch zu verzehren, nur noch einmal in der Woche den Sonntagsbraten genießen.

Hier geht es zum vollständigen Artikel der WKZ.

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