
31.3. Neue Hoffnung "Cell Danger Response" CDR
Aus dem Bericht:
Die Cell Danger Response: Wenn Zellen in den Winterschlaf gehen
Professor Robert Naviaux forscht seit Jahrzehnten an Mitochondrien in San Diego. Doc Jay und ihr Mann haben ihn persönlich kennengelernt. Er war Medical Advisor für ihr Programm (später mehr dazu).
Seine Forschung zur Cell Danger Response – kurz CDR – könnte zu einem Paradigmenwechsel in der Medizin führen.
Laut Doc Jay funktioniert das CDR-Modell so: Wenn ein Trigger kommt – ein Virus, extremer Stress, Nährstoffmängel, ein Toxin – reagiert die Zelle darauf. Sie stellt ihren Stoffwechsel um.
Normalerweise nutzen unsere Zellen Sauerstoff in der Atmungskette, um ATP zu bilden. ATP ist unser Zelltreibstoff, unsere Energie.
Aber in der CDR kommt es zu einer Verschiebung der Energiegewinnung hin zu vermehrter Glykolyse. Eine Vorstufe. Sauerstoff ist in der Zelle vorhanden, wird aber weniger verwendet. Das ist der entscheidende Unterschied.
Der reaktive Sauerstoff reichert sich an. Das führt zu oxidativem Stress. Die Mitochondrien ändern ihre Funktion. ATP verlässt die Zelle und wird zu extrazellulärem ATP – kurz eATP.
Und eATP ist das älteste Gefahrensignal auf der Erde.
Das Gefahrensignal eATP, das alles auslöst
Wenn ATP die Zelle verlässt, signalisiert es den Nachbarzellen: Wir sind in Gefahr. Seid gewarnt. Ich ziehe mich zurück.
Dann beginnt eine Kaskade. Das Immunsystem wird aktiviert. Zytokine werden ausgeschüttet. Histamin. Stresshormone. Das autonome Nervensystem wird informiert. Das Gehirn schaltet sich ein.
Die Cell Danger Response läuft in drei Phasen ab:
Phase 1: Entzündung. Der Körper reagiert auf die Gefahr.
Phase 2: Proliferation. Gewebe wird repariert und erneuert.
Phase 3: Die Zelle bereitet sich darauf vor, in ihren normalen Zustand zurückzukehren.
Aber bei ME/CFS gibt es eine Blockade in Phase 3. Genauer gesagt in Phase 3A. Das ist ein anhaltender, energiesparender Schutzmodus, vergleichbar mit einem Winterschlaf.
Der Körper sagt: Die Gefahr ist noch nicht vorbei. Ich fahre meinen Stoffwechsel runter. Ich ziehe mich sicherheitshalber zurück.
Warum Crashes uns zurückwerfen
Ein Crash ist laut Doc Jay ein Rückfall in Phase 1 oder 2. Ein neuer Trigger kommt. Die Entzündung flammt wieder auf. Zytokine steigen. eATP wird vermehrt ausgeschüttet.
Und es dauert Zeit, bis das abgebaut ist. Deshalb brauchen wir so lange, um aus einem Crash wieder herauszukommen.
Mit der Zeit wird unser Körper immer sensibler auf eATP. Das erklärt, warum wir immer empfindlicher auf Trigger reagieren.
Über 100 metabolische Auffälligkeiten – und warum Reparieren nicht funktioniert
Professor Naviaux sagt: Bei chronischen Erkrankungen wie Long Covid oder ME/CFS gibt es über 100 metabolische Auffälligkeiten.
Kein Wunder also, dass wir bei funktionellen Tests so viele Probleme finden.
Aber wenn wir einen oder mehrere dieser Befunde behandeln, führt das nicht zu Gesundheit. Wir können nicht jeden einzelnen Stoffwechselvorgang micromanagen.
Wir müssen das System zurück in die Regulation führen. Einen Reboot machen. Damit das System selbst die Stoffwechselvorgänge wieder optimiert.
Doc Jay sagt: „Wir unterschätzen, wie klug der Körper ist.“
Denk an eine Schwangerschaft. Der Körper baut ein Kind heran. Jede Zelle. Das Herz. Das Gehirn. Das Nervensystem. Wenn wir das als Projektmanager steuern müssten, hätten wir Burnout. Völlig unmöglich.
Deshalb brauchen wir Demut. Und wir sollten uns gut überlegen, wo wir eingreifen.
Genau diesen Gedanken "Winterschlaf" oder mit meinen Worten dauerhafte Aktivierung des Immunsystems habe ich ja auch schon einige Wochen. Symbolisch dafür steht der "Zaubertrank", der mein Immunsystem wieder zur Normalfunktion zurück bringen soll, auf den ich hoffe. Anscheinend gibt es so eine Möglichkeit. Bei Frau Dr. med. Jacqueline Metzner habe ich um einen Termin gebeten.





