10.8. Wie tief muss man für ein Windrad graben?

Das Regierungspräsidium Tübingen hat ein nettes und informatives Video zum Fundament eines Windrads produziert. Dazu gibt es auch noch Text auf der Homepage des RP.

Alles beginnt unter der Erde

Bevor auch nur ein Tropfen Beton fließen kann, wird viel geplant. Dabei wird der Natur- und Artenschutz berücksichtigt und die geologischen Verhältnisse an den geplanten Standorten untersucht.

Der Standort hier in Gomadingen? Ein Glücksfall. Direkt unter dem Waldboden liegt massiver Kalkstein – tragfähig, hart und trocken. „Wir konnten ohne zusätzliche Bodenverbesserung bauen“, erklärt Ferdi Tausendpfund. „Für uns waren das mehr als ideale Bedingungen. Das spart Zeit, Geld und Material.“ Bei weichen Untergründen an anderen Standorten in Deutschland müssen zusätzliche sogenannte Pfahlgründungen eingesetzt werden.

Rund 3.000 Kubikmeter Fels wurden im Zuge der Vorarbeiten rausgefräst – und gleich vor Ort wiederverwendet: als Baustellenstraße, Kranstellfläche, Schotterweg.

Dank des idealen Standorts muss das Fundament nur 3 m tief in die Erde eingelassen werden.

Warum es nicht tief, sondern breit sein muss

Jede der fünf Windkraftanlage wird auf einem Fundament stehen, das auf den ersten Blick erstaunlich flach wirkt. „Die meisten denken, das geht mindestens 20 Meter in die Tiefe“, erzählt mir Bauleiter Ferdi Tausendpfund. „Aber das muss hier gar nicht sein.“

Die meisten Fundamente für Anlagen auf dem Festland sind übrigens sogenannte Flachgründungen. Fundamente müssen also nicht tief sein, sondern breit und clever konstruiert. Warum? Das zeigt er mir mit einer kleinen Performance: „Wenn ich Sie jetzt umstoßen wollte und Sie stehen eng beieinander – dann kippen Sie schnell. Wenn Sie aber breitbeinig stehen, sind Sie stabiler. Dann haben Sie eine Lastabtragung in den Außenbereich“, erklärt Herr Tausendpfund. Genau nach diesem Prinzip funktioniert das Fundament: Es leitet die Kräfte nicht tief in den Boden, sondern nach außen. „Das Fundament wird nach unten breiter – damit die Lasten vom Turm möglichst in die äußeren Bereiche geführt werden.“

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