
3.4. Albtraum mit rechten Menschen
Im Gegensatz zu den Vortragenden fühle ich mich nicht wegen der geflüchteten Menschen, sondern wegen den rechtsgerichteten aktiven Mitbürgern im Ort unsicher. Zu zahlreichen geflüchteten Menschen hier im Ort pflege ich eine gute Beziehung.
Einzelne besorgte Väter trugen ihre negativen Erlebnisse mit Flüchtlingen vor. Auch eine junge Frau meinte, sie könne sich nicht mehr sicher im Ort fühlen. Nicht immer klangen diese Geschichten für mich glaubhaft, aber auch nicht unmöglich. Doch die Konsequenz daraus, keinen geflüchteten Menschen Wohnraum im Dorf anbieten zu wollen, halte ich für menschenfeindlich, rassistisch. Um in diesem Sinne die Sicherheit ihrer Familien im Ort gewährleisten zu können, müssten dann ja alle Neubürger, nicht nur geflüchtete sondern auch Menschen mit deutschem Pass, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und ein psychologisches Gesundheitszeugnis vorweisen können.
Die geschilderten Vorfälle hörten sich für mich nach einem Menschen mit einem psychischen Traumata an. Bei Asylbewerbern sind Traumats nicht selten. Statt ihnen aber Hilfe zu verweigern, sollte eine humane/christliche Gesellschaft qualifizierte Hilfen anbieten. Für eine geflüchtete alleinerzeihende Mutter musste ich dafür regelmäßig nach Karlsruhe fahren, da es in unserer Region keinen freien Therapieplatz für sie in absehbarer Zeit gab.
Bericht der BKZ über die Veranstaltung: Althütte ringt um Flüchtlingsunterkünfte



